Das norwegische Königshaus – Royals aus dem Norden

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Das Könighaus aus Norwegen ist historisch eng mit dem schwedischen und dem dänischen Königshaus verbunden. Die heutige Königsfamilie gilt in den Medien oft als glückliche Patchwork-Familie. Was auf den ersten Blick eher ungewöhnlich für den Adel erscheint, macht die norwegischen Royals umso bodenständiger und beliebter. Hier erfährst du wie das norwegische Königshaus entstanden ist und welche Mitglieder aktuell dazu gehören.

Die norwegische Monarchie

Die Geschichte

Die Geschichte der norwegischen Monarchie reicht sehr weit zurück, ähnlich wie die des benachbarten Schwedens. Bereits 870 n. Chr. regierte der erste König aus der Dynastie der Ynglinge über einen Teil von Westnorwegen. Er trug den Namen Harald Hårfagre, was so viel bedeutete wie Harald „Schönhaar“. Im Verlauf der Geschichte regierten verschiedene Dynastien über Norwegen, bis ab 1389 im Zuge der sogenannten „Kalmarer Union“ den dänischen Königen die Herrschaft über Norwegen und Schweden zufiel.

Jean Baptiste Bernadotte
Jean Baptiste Bernadotte regierte zeitweise ĂĽber Schweden und Norwegen.

Da Dänemark in einem Bündnis mit Napoleon stand, fiel im Jahr 1763 fiel die Herrschaft über Norwegen an Schweden. Napoleon machte seinen Marschall Jean Baptiste Bernadotte zum König von Schweden und Norwegen und gründete damit das Haus Bernadotte, das rund 90 Jahre über Norwegen herrschte. Während die schwedische Königsfamilie bis heute von Bernadotte abstammt, erlangte Norwegen 1905 mit dem König Håkon VII. das Selbstständige Königreich Norwegen zurück.

Der König ist somit der Stammvater und DynastiegrĂĽnder der aktuellen norwegischen Königsfamilie. Er war ursprĂĽnglich ein Prinz von Dänemark und entstammt dem dortigen Haus GlĂĽcksburg. HĂĄkon VII. wurde 1905 per Volksentscheid in Norwegen zum König ernannt, da die ursprĂĽngliche norwegische Königsfamilie komplett ausgestorben war.

Die Bedeutung heute

Die norwegische Monarchie wird seit 1991 von Seiner Majestät König Harald und seiner Frau, Ihre Majestät Königin Silvia geführt. Der erste Thronfolger aus der norwegischen Königsfamilie ist ihr Sohn, Kronprinz Haakon.

Norwegen ist heute eine konstitutionelle Monarchie, weshalb die Aufgaben und Funktionen des Königs hauptsächlich repräsentativ und konstitutionell sind. Da bedeutet, dass er bei Sitzungen der norwegischen Regierung anwesend ist, deren Entscheidungen nur mit seiner Unterschrift Gültigkeit erhalten. Außerdem steht der König im dauerhaften Austausch mit den Ministerpräsidenten und dem Außenminister.

Das Kronprinzenpaar bei einem öffentlichen Auftritt (Foto: Liv Anette Luane, Det kongelige hoff)

Gleichzeitig ist er oberste ArmeefĂĽhrer der norwegischen Armee. Seine repräsentativen Aufgaben zeigen seine Nähe zur Bevölkerung, da er etwa bei Feierlichkeiten anwesend ist oder öffentliche Einrichtungen besucht. 1991 wurde das norwegische Thronfolgegesetz geändert, das bisher eine rein männliche Thronfolge vorsah, nun aber auch erstgeborene weibliche Nachkommen einbezieht.

Insgesamt gilt die norwegische Königsfamilie als sehr beliebt. Mit dem Namen „Det Norske Kongehuset“ führt das Adelshaus auch einen eigenen Instagram Account, der Einblicke in das Leben der Royals gibt.

Übrigens: Nur die Familienmitglieder, die in der norwegischen Thronfolge stehen oder zur engeren königlichen Familie gehören, erhalten einen Adelstitel. Der König wird mit „Seine Majestät“, kurz „SM“ angesprochen, während „Ihre Majestät“ („IM“) der Titel der Königin ist. Der Thronfolger und Kronprinz hingegen wird mit „Seine königliche Hoheit“ betitelt, also „SKH“, während seine Tochter als hinter ihm stehende Thronfolgerin als „Ihre königliche Hoheit“ („IKH“) bezeichnet wird.

Die Mitglieder der Königsfamilie

König Harald Harald V. und Königin Sonja von Norwegen

König Harald V. und Königin Sonja (Foto: Jørgen Gomnæs / Det kongelige hoff)

Der aktuell regierende König ist seit 1991 Harald V. (*1937). Schaut man auf den Stammbaum des norwegischen Königshauses, ist er der Enkelsohn des Dynastiegründers Håkon V. Obwohl er zwei ältere Schwestern hatte, wurde er nach dem Thronfolgegesetz als männlicher Nachfahre zum König von Norwegen.

Seine Mutter war eine geborene Prinzessin von Schweden aus dem Haus Bernadotte und die Cousine seines Vaters, König Olav. Harald heiratete 1968 Sonja Haraldsen (*1937), die damit die erste bĂĽrgerliche Frau war, die Königin von Norwegen wurde. Die Hochzeit fand in Oslo statt. Die beiden bekommen zwei Kinder: Märtha Louise und Haakon.

Der König litt Anfang der 2000er-Jahre unter einer Krebserkrankung und übertrug deshalb zeitweise einige seiner Aufgaben an seinen Sohn, den Kronprinzen. Mittlerweile gilt er als genesen.

Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit

Kronprinz Haakon und seine Frau, Kronprinzessin Mette-Marit (Foto: Jørgen Gomnæs / Det kongelige hoff)

Auch wenn Haakon Magnus (*1973) der jüngere Sohn des Königspaares ist, wurde er nach dem norwegischen Thronfolgegesetz Kronprinz, das heißt er steht nach seinem Vater an erster Stelle in der Thronfolge. Er studierte zunächst Politikwissenschaft in den USA und später Jura in Oslo.

1999 lernt er seine zukünftige Frau Mette-Marit Høiby (*1973) kennen, zwei Jahre später heiraten sie. Mette-Marit bringt einen Sohn aus ihrer ersten Ehe, Marius Borg Høiby (siehe Mitte Titelbild), mit in die Familie. Dies sorgte zunächst für großes Interesse in der Öffentlichkeit. Mittlerweile gilt ihr Sohn als „Fast-Royal“ und ist gerade in den sozialen Medien sehr beliebt.

Mette-Marit und Haakon haben gemeinsam zwei Kinder, Ingrid Alexandra und Sverre Magnus. Seit 2003 lebt die Familie auf dem Gut Skaugum in Asker nahe Oslo. Immer wieder wird die Familie in der Presse als glĂĽckliche Patchwork-Familie betitelt und ist auch deshalb sehr beliebt bei der norwegischen Bevölkerung.

Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus

Die Geschwister Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Ingrid Alexandra (Foto: Julia Naglestad / Det kongelige hoff)

Prinzessin Ingrid Alexandra (*2004) nimmt nach ihrem Vater den zweiten Platz in der norwegischen Thronfolge ein. Durch die Gesetzesänderung wird sie die erste weibliche Königin von Norwegen als Staatsoberhaupt. Ihre Taufpaten sind neben ihrem Großvater, dem König, und ihrer Tante Märtha Louise auch Kronprinz Frederik von Dänemark, Kronprinzessin Victoria von Schweden und König Felipe von Spanien.

Ihr jüngere Bruder Prinz Sverre Magnus (*2005) steht auf dem dritten Platz der Thronfolge. Beide besuchen öffentliche Schulen in Norwegen.

Prinzessin Märtha Louise

Prinzessin Märtha Loise (Foto: Cathrine Wessel, Det Kongelige Hoff)

Prinzessin Märtha Louise (*1971) ist die ältere Tochter von König Harald und Königin Sonja und die Schwester von Kronprinz Haakon. Durch ihre Ehe mit Ari Behn, einem norwegischen Schriftsteller, verzichtete sie auf ihren Adelstitel und durfte sich fortan nur noch Prinzessin nennen. Die beiden haben drei Töchter zusammen, Maud Angelica, Leah Isadora und Emma Tallulah Behn, die den bĂĽrgerlichen Nachnamen ihre Vaters und keine Adelstitel tragen.

Das Ehepaar trennte sich allerdings Ende 2016. 2019 nahm sich Ari Behn das Leben, was ganz Norwegen schockte. Er litt laut Medienberichten an Depressionen.

Obwohl Märtha Louise keine direkten finanziellen Mittel des Königshauses erhält, nimmt sie für dieses repräsentative Aufgaben wahr.

Die ganze Familie zeigt sich oft und gerne zusammen. So etwa im gemeinsamen Sommerurlaub 2020 in den norwegischen Lofoten, bei dem alle drei Generationen zusammenkamen.

Sehr entspannt zeigt sich die ganze Familie 2020 auf einem Ausflug in den Lofoten (Foto: Elin Rønning, Det kongelige hoff).

Das Königliche Schloss Oslo

Das Schloss ist der Hauptsitz der norwegischen Monarchie.

Das Königliche Schloss wurde 1824 in Oslo erbaut und beherbergt heute die Wohnung des Königspaares, die Büros des Kronprinzenpaares und weiterer Angestellter sowie einige Gästezimmer. In einem Saal im Erdgeschoss tagt außerdem wöchentlich das Kabinett mit dem König. Im Sommer kann das Schloss von Touristen besichtigt werden. Es ist von einem weitläufigen Schlossgarten umgeben, davor befindet sich der große Schlossplatz.